Die Saffa 1958: Architektur, Gestaltung, Kunst – und ihre gesellschaftspolitische Verortung

Die Saffa 1958: Architektur, Gestaltung, Kunst – und ihre gesellschaftspolitische Verortung 2017-06-21T12:11:39+00:00

Project Description

Ein Projekt von Inge Beckel, Helene Bihlmaier, Annemarie Bucher, Katia Frey, Eliana Perotti mit dem Forum Schlossplatz, Aarau

Die zweite Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit, SAFFA 1958, entwickelte sich zu einem Ausstellungsereignis von nationaler Relevanz und verzeichnete beinahe zwei Millionen Besucherinnen und Besucher. In der Folge der Schweizerischen Landesausstellungen der Vorkriegszeit und der vorangegangenen SAFFA 1928 definierte die SAFFA 1958 ein sehr spezifisches und fortschrittliches Ausstellungsprofil. Zudem fand sie nur ein Jahr vor dem ersten, jedoch gescheiterten Versuch 1959 statt, das Frauenstimmrecht für Schweizer Bürgerinnen einzuführen.

Anlässlich des anstehenden sechzigjährigen Jubiläums werden ab 2018 verschiedene Akteurinnen (Créatrices.ch, Netzwerk Frau + SIA, u.a.) mit abwechslungsreichen Projekten an dieses historische Grossereignis der Schweizer Geschichte, insbesondere Frauengeschichte sowie der nationalen Architektur- und Kunstgeschichte erinnern; das hier vorgestellte Ausstellungsprojekt situiert sich innerhalb dieses grösseren Veranstaltungsrahmens.

Noch heute ist die Diskussion um die Sichtbarkeit der Arbeit von Frauen aktuell, auch in gestalterischen Berufen. Eine Ausstellung wie die geplante kann einen Reflexionsraum bieten, inwieweit die SAFFA 1958 es vermochte – wohl wie keine andere Veranstaltung jener Zeit – einen exemplarischen Querschnitt künstlerisch gestalterischer Arbeiten von Schweizer Frauen vorzustellen und damit publik respektive öffentlich zu machen.

Unser Ausstellungsprojekt fokussiert auf die historische Aufarbeitung der SAFFA 1958 – wobei die Präsentation vielfältiger und eindrücklicher Exponate, teilweise Original-Exponate, ins Zentrum gerückt werden soll. Zahlreiche überraschende Dokumente – von der Tasse bis zum Wandbild, von der Skizze bis zum Masterplan – veranschaulichen auf der Ebene ästhetischer Kommunikation sinnlich und diskursiv die zeitgeschichtlich relevanten Debatten der Nachkriegs-Schweiz.

Die SAFFA 1958 bot Anlass für eine anspruchsvolle, koordinierte Planungsaufgabe, in der nicht nur architektonisch (Ausstellungspavillons), sondern auch landschaftsplanerisch (Saffa-Insel), grafisch (Kommunikation), künstlerisch und technisch (Seilbahn zum Bürkliplatz) auf ein durchgängiges Corporate Design hin, gearbeitet wurde. Der Masterplan sowie die ephemeren Architekturen, entstanden unter der Regie von Chefarchitektin Annemarie Hubacher in Zusammenarbeit mit weiteren Planerinnen, erschufen ein modernistisches Szenario für eine Leistungsschau weiblicher Gestaltung, Kunst und Kompetenz.

Project Details

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